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Wie lange kommt man ohne Essen aus?

Wir wissen alle, dass Durst weitaus schlimmer ist als Hunger. Doch Nahrung ist ebenso unverzichtbar für den menschlichen Organismus. Ohne Wasser sterben wir Menschen innerhalb von ein paar Tagen- wie lange hält man es aber ohne Essen aus?

Die wissenschaftliche Frage wurde allzu oft schon von Schicksalen einiger Unfreiwilliger beantwortet: Terence McSweney, welcher 1920 starb, erleidete den Tod infolge eines Hungerstreiks im Gefängnis. Insgesamt hielt der Bürgermeister von Cork 73 Tage ohne Essen aus. Der indische Sozialist, Bhagat Singh, hielt ganze 116 Tage durch und brach den Hungerstreik dann ab.

Die meisten Menschen würden es kaum einen Tag aushalten, doch manche behaupten, mehrere Monate oder Jahre nicht gegessen zu haben. Die Frage beschäftigt die Wissenschaft schon seit einiger Zeit.

Auch obwohl der menschliche Organismus sich an viel gewöhnen kann, ist Nahrung ein Muss, damit er ordentlich funktioniert. Ohne Lebensmitteln greift unser Körper auf alle Reserven zurück- aber diese Reserven sind natürlich nicht unendlich.

Offiziell wurde dadurch die Messlatte des Überlebens ohne Essen auf ungefähr drei Monate gelegt. Wie lange man aber tatsächlich durchhält, hängt von vielen weiteren Faktoren ab.

Welche Faktoren spielen bei der Dauer eine Rolle?

Zunächst muss man davon ausgehen, dass Menschen mit mehr Gewicht und einem höheren Anteil an Fett- und Muskelmasse sicherlich länger aushalten könnten. Die Fettreserven dienen dann also als Hungerpuffer. Ein weiterer wichtiger Faktor ist ebenso das Startgewicht vor dem Hungern. Das Gewicht hat eine individuelle Einwirkung auf den Stoffwechsel- die Phase, die man ohne Kalorienzufuhr aushält ist dann eben höher oder niedriger. Es wurde nachgewiesen, dass Menschen mit einem besseren Energiestoffwechsel flexibler darauf reagieren können, ohne Essen auszukommen.

Was passiert mit dem Körper während des Hungerns?

Damit das Gehirn reibungslos funktioniert, braucht es Glucose- da es ungefähr die Hälfte des Glucoseverbrauchs unseres Körpers beansprucht. Ohne Insulin kann die Glucose nicht zu den Muskeln. Somit gibt das Gehirn ein Signal, die Insulinausschüttung zu stoppen. Das Resultat ist, dass Muskeln leer ausgehen. Das Gehirn steuert den Stoffwechsel dann so um, dass es überlebt.

Dauert das weiter an, dann greift der Körper auf Eiweiß zurück. Auch das geht zu Lasten der Muskeln, denn diese bestehen zu einem großen Teil aus Eiweiß. Also wandelt der Körper die Aminosäuren aus den Eiweißen zu Glucose um.

Nach circa sieben bis zehn Tagen startet dieses Energiesparen des Körpers. Damit werden die Herzfrequenz, der Puls und Blutdruck gesenkt und die Fettreserven angegriffen. Haltet der Hunger weiter an, so hat dies enormen Einfluss auf das Immunsystem und Entzündungen treten auf. Nach einiger Zeit besteht der Mensch dann nur noch aus Haut und Knochen- das Herz ist dann das erste Organ, welches aufgibt. Auf diese Art und Weise können Menschen dann bis zu drei Monaten überleben.


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